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Die Überlebenden - Aktivisten der ersten Stunde (1945/46)


Trauerzug zum Rathaus am 4. Sept. 1946. In der Urnenträgergruppe vorn links: Albin Lüdke.
Erste Reihe von links: 2. Heinz Nilsson, 3. Harry Naujoks, 4. Erich (Vatti) Hoffmann, 5. Karl Meitmann
(SPD-Vorsitzender HH), 6. Fiete Dettmann (KPD-Vorsitzender HH).

37: Vitrine XXX
Die Überlebenden - Aktivisten der ersten Stunde (1945/46)

Die Fotos und Dokumente zeigen aus den Konzentrationslagern und Zuchthäusern befreite Antifaschisten, ihre Kundgebungen, Veranstaltungen, Veröffentlichungen in Hamburg. Hervorzuheben sind zwei von je fünf Vertretern der SPD und KPD unterzeichnete Dokumente, das am 24. Juli 1945 herausgegebene Aktionsprogramm und der Aufruf an die Sozialdemokraten und Kommunisten Hamburgs vom 20. August 1945. Im letzteren heißt es, dass auf "der Grundlage gemeinsamen Handelns der sozialdemokratischen und der kommunistischen Genossen [...] die eine Sozialistische Partei entstehen" soll, denn: "Die blutige Lehre der 12jährigen Hitler-Diktatur im Innern, des Hitlerkrieges nach außen und seiner großen sozialen Umwälzungen heißt für alle schaffenden Männer und Frauen eindeutig: Einigkeit, Einheit und nie wieder Bruderkampf!" Beide Papiere sind u. a. von Karl Meitmann und Walter Schmedemann (SPD) sowie von Fiete Dettmann und Paul Tastesen (KPD) unterzeichnet.

Als Beauftragte des Komitees ehemaliger politischer Gefangener brachte Barbara Dollwetzel im Früh-sommer 1946 die Urnen von 26 im Zuchthaus Brandenburg hingerichteten Hamburger Widerstandskämpfern von Berlin in die Hansestadt. Zusammen mit der in Hamburg sichergestellten Urne Etkar Andrés trugen Überlebende sie am 4. September vom Sitz des Komitees in der Maria-Louisen-Straße 132 (Winterhude) in einem langen Trauerzug zum Rathaus, wo die Urnen drei Tage im Bürgersaal aufgebahrt wurden. Nach einer vom Komitee mit der SPD, KPD, CDU und FDP auf dem Ohlsdorfer Friedhof organisierten Massenkundgebung, bei der Walter Schmedemann für die SPD und Harry Naujoks für die KPD die ermordeten Antifaschisten gewürdigt hatten, fanden sie ihre letzte Ruhestätte neben dem Denkmal für die gefallenen Revolutionäre der Jahre 1918-1920. Das neue Gräberfeld an der Bergstraße wurde feierlich eingeweiht als Ehrenhain Hamburger Widerstandskämpfer.


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