30: Vitrine XXV Illegal in Norddeutschland verbreitete Zeitungen
Der Kampf gegen die wachsende Kriegsgefahr nahm in der illegalen Arbeit der KPD einen hohen Stellenwert
ein. In den hier gezeigten Zeitungen werden die verschärfte Aufrüstung und der militarisierte Arbeitsdienst angeprangert und
vor der drohenden Katastrophe eines neuen Krieges gewarnt. Die Abschnittsleitung Nord der KPD (ALN) in Kopenhagen gab zahlreiche
solche Flugblätter und Schriften heraus, die durch ALN-Kuriere, durch skandinavische Seeleute, durch die Post an Deckadressen
und auf anderen Wegen nach Norddeutschland gebracht und dort unter großer Gefahr verbreitet wurden.
In der „Hamburger Volkszeitung“ vom April 1935 wurde über Kundgebungen in Schweden und Norwegen für die
Freilassung des Hamburger Kommunisten Fiete Schulze berichtet. Die „Deutsche Metallarbeiterzeitung“ vom April 1936 rief auf:
„Macht endlich Schluss mit der Spaltung! Schließt dicht die Reihen zum gemeinsamen Kampf gegen die faschistische Diktatur.“
Über das Auftreten des Hamburger Kommunisten Etkar André vor Gericht berichtete das KPD-Organ „Norddeutsche
Volkszeitung“ 1938 - zwei Jahre nach seiner Hinrichtung: „... er machte einige Richter schwankend in ihrem Auftrage: Er
erzwang die Anerkennung seiner Todfeinde für sich. Die einen aus der Meute der seinen Kopf fordernden Anhänger Hitlers
bewunderten seine kühne Haltung, wurden nachdenklich, verglichen ihn mit ihren ‘Führern’ und wurden sehend; die anderen,
die Richter, sahen sich außerstande, diesen edlen, kühnen, selbstlosen Menschen gegen alles Recht, gegen ihre Überzeugung
zum Tode zu verurteilen. Er zwang die einen, die beabsichtigte Hinrichtung als Mord zu erkennen und die anderen, die schon
erhobene Mordwaffe fallen zu lassen. Ein tagelanger Kampf zwischen diesen Richtern und der braunen Partei entbrannte. Sie
stritten um den Kopf Edgars. Es siegte die Rache.“
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