24: Vitrine XXII Hamburger Widerstandskämpfer im Konzentrationslager und Zuchthaus
In den faschistischen KZ ordnete die SS-Lagerführung den verschiedenen Verfolgtengruppen jeweils Winkel mit
bestimmter Farbe zu. Die politischen Häftlinge erhielten einen roten Winkel. Der Hamburger Kommunist Harry Naujoks (zu sehen
ist seine Häftlingsmütze) war von 1939 bis 1942 „Lagerältester“ im KZ Sachsenhausen und versuchte mit seinen Kameraden das
Überleben der Mitgefangenen zu organisieren. Nach 1945 war er Vorsitzender der KPD in Hamburg und 1969 Mitbegründer der
Gedenkstätte Ernst Thälmann. Zeugnisse der Selbstbehauptung politischer Häftlinge in verschiedenen KZ sind Briefe, Gedichte
und Zeichnungen von Albin Stobwasser und Willi Schulz sowie ein hölzernes Schachspiel von Robert Finnern. Ebenso belegen die
von Gefangenen auf Brotdosen eingeritzten Botschaften aus dem KZ Börgermoor, wo das Moorsoldatenlied entstand, die Widerstandskraft
der Häftlinge, die zum großen Teil aus der Arbeiterschaft kamen. Auf einer der Dosen ist eine Zeile aus dem von Bernhard Bästlein
mitverfassten Sachsenhausenlied zu lesen: „Wir wissen, dass nach dieser Not uns leuchtet hell das Morgenrot.“ Der Harburger
Kommunist Felix Plewa, der ein Holzkästchen im KZ Börgermoor anfertigte, wurde 1942 als Soldat im Fliegerhorst Uetersen
verhaftet, wegen „Vorbereitung zum Hochverrat und Wehrkraftzersetzung“ zum Tode verurteilt und 1943 in Plötzensee hingerichtet.
Während seiner Haft im KZ Fuhlsbüttel entstanden von Albert Friedrichs zwei auf Toilettenpapier gezeichnete Selbstbildnisse
und die Skizze einer Zuchthauszelle. Er war als Funktionär der KPD und des RFB wegen „hochverräterischer Handlungen“ im April
1933 vom Reichsgericht in Leipzig zu einer Zuchthausstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Nach 1945 war
Friedrichs in verschiedenen Funktionen der Hamburger KPD tätig und Gründungsmitglied der Gedenkstätte Ernst Thälmann.
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