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Faschismus an der Macht


Am 2. Juni 1933 verurteilte ein Sondergericht die vier Hamburger Antifaschisten August Lütgens, Bruno Tesch, Karl Wolff und Walter Möller zum Tode und ließ sie am 1. August 1933 in Altona hinrichten. Willkürlich wurden sie für den Tod zweier SA-Männer beim Altonaer Blutsonntag verantwortlich gemacht. Beweise dafür gab es nicht. Sie waren die ersten Blutopfer der gleichgeschalteten Justiz in Deutschland. Die Urteile wurden erst 1993 von der Hamburger Justiz aufgehoben, nachdem der Landesverband der VVN-BdA und andere Initiativen dies viele Jahre gefordert hatten. Seit 1987 trägt eine Gesamtschule in Altona den Namen „Bruno-Tesch-Schule“.

21: Vitrine XIX
Faschismus an der Macht

Zwei Tage vor der Reichstagswahl fiel Ernst Thälmann der Polizei in die Hände. Nach der Machtübertragung an Hitler im Januar 1933 hatten die Faschisten begonnen, ihren Herrschafts- und Terrorapparat auszubauen. Von März bis Juli 1933 wurden allein in Hamburg ca. 2400 Kommunisten in „Schutzhaft“ genommen. Bereits Ende März 1933 hatte die Hamburger Polizei in der stillgelegten Torfverwertungsfabrik Wittmoor ein „Konzentrationslager für Kommunisten“ eingerichtet, das bis zum Oktober bestand. In der Strafanstalt Fuhlsbüttel wurden ebenfalls Schutzhäftlinge der Staatspolizei untergebracht, die zunächst von den alten Justizbeamten bewacht wurden. Unter Karl Kaufmann, Gauleiter der NSDAP und neuer Reichsstatthalter von Hamburg, übernahm im August 1933 die 28. SS-Standarte mit Sturmführer Willi Dusenschön die Bewachung im Konzentrationslager Fuhlsbüttel. Nunmehr waren, wie auch Willi Bredel in seinem Roman „Die Prüfung“ 1934 festgehalten hat, Misshandlungen und Folter an der Tagesordnung. Dieses KZ, von den Häftlingen bald KolaFu genannt, blieb bis Kriegsende 1945 ein Ort des Schreckens.

Mit dem „Braunbuch über Reichstagsbrand und Hitlerterror“, das die KPD im Ausland drucken ließ, wurden die Verbrechen der neuen faschistischen Regierung in Deutschland international bekannt gemacht.


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