21: Vitrine XIX Faschismus an der Macht
Zwei Tage vor der Reichstagswahl fiel Ernst Thälmann der Polizei in die Hände. Nach der Machtübertragung an Hitler
im Januar 1933 hatten die Faschisten begonnen, ihren Herrschafts- und Terrorapparat auszubauen. Von März bis Juli 1933 wurden allein
in Hamburg ca. 2400 Kommunisten in „Schutzhaft“ genommen. Bereits Ende März 1933 hatte die Hamburger Polizei in der stillgelegten
Torfverwertungsfabrik Wittmoor ein „Konzentrationslager für Kommunisten“ eingerichtet, das bis zum Oktober bestand. In der Strafanstalt
Fuhlsbüttel wurden ebenfalls Schutzhäftlinge der Staatspolizei untergebracht, die zunächst von den alten Justizbeamten bewacht wurden.
Unter Karl Kaufmann, Gauleiter der NSDAP und neuer Reichsstatthalter von Hamburg, übernahm im August 1933 die 28. SS-Standarte mit
Sturmführer Willi Dusenschön die Bewachung im Konzentrationslager Fuhlsbüttel. Nunmehr waren, wie auch Willi Bredel in seinem Roman
„Die Prüfung“ 1934 festgehalten hat, Misshandlungen und Folter an der Tagesordnung. Dieses KZ, von den Häftlingen bald KolaFu genannt,
blieb bis Kriegsende 1945 ein Ort des Schreckens.
Mit dem „Braunbuch über Reichstagsbrand und Hitlerterror“, das die KPD im Ausland drucken ließ, wurden die Verbrechen
der neuen faschistischen Regierung in Deutschland international bekannt gemacht.
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