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Antifaschistische Aktion


Broschüre über das Treffen von Ernst Thälmann mit 20 SPD-Funktionären
aus dem gesamten Reichsgebiet am 8. Juli 1932 im Karl-Liebknecht-Haus in Berlin

17: Vitrine XVI
Antifaschistische Aktion

Die Reichstagswahlen im September 1930 zeigten schlagartig das Anwachsen der faschistischen Massenbewegung. Die Stimmen der NSDAP hatten sich gegenüber 1928 verachtfacht, der Zuwachs in Hamburg fiel noch deutlicher aus. Ernst Thälmann unterbreitete im Mai 1932 dem ZK der KPD den Vorschlag, "eine große antifaschistische Aktion in Deutschland in die Wege zu leiten." In einem Ge-spräch mit 20 SPD-Funktionären bezeichnete er die Antifaschistische Aktion als "ein überparteiliches Sammelbecken für alle zum rücksichtslosen Kampfe gegen den Faschismus gewillten Arbeiter. Sie ist keine Organisation, sondern eine Massenbewegung". Im Rahmen der Antifaschistischen Aktion bildeten sich Einheitsausschüsse und Komitees in Betrieben und Orten. In vielen Städten fanden Kongresse mit Delegierten der Einheitsausschüsse statt. Ein Lagebericht des Reichsministeriums des Innern vom 16. Juli 1932 listete Ergebnisse der Antifaschistischen Aktion auf: "Im ganzen Reiche gehen die praktischen Einheitsfrontaktionen weiter. SPD-Betriebsräte erscheinen als Delegierte ihrer Kameraden in kommunistischen Versammlungen. Sozialdemokraten erscheinen bei den vielerorts veranstalteten antifaschistischen Kongressen der KPD, wenn auch noch nicht in der von der KPD erhofften Zahl."

Am "1. Antifaschistischen Kampfkongress des Bezirks Wasserkante" im Juni 1932 nahmen 1.700 Delgierte teil. Davon gehörten 190 der SPD oder dem Reichsbanner an. Bis zum Dezember 1932 wurden in Hamburg 170 rote Massenselbstschutzstaffeln mit ca. 5.300 Mitgliedern aufgebaut.

Stimmergebnissen der NSDAP bei Bürgerschaftswahlen in Hamburg:

JahrStimmenAnteil
19279.7541,50%
192814.7602,15%
1931202.50626,25%
1932233.75031,23%


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