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Hindernisse auf dem Weg zur Aktionseinheit der Arbeiterbewegung


Auf einer Trauerfeier für den 1932 von der SA ermordeten Genossen Herbert Frahm aus Lunden
versprechen Franz Jacob, KPD (links), und der Reichsbanner-Kamerad Sothmann gemeinsam
gegen den Faschismus zu kämpfen (Foto aus: „Der Rote Stern“, Juli 1932).

16: Vitrine XV
Hindernisse auf dem Weg zur Aktionseinheit der Arbeiterbewegung

Die faschistische Bewegung hatte 1930 stark zugenommen. Gemeinsamen Aktionen der Arbeiterparteien gegen die faschistische Gefahr standen ideologische Hindernisse entgegen. Die von der KPD verfolgte Linie der Einheitsfront von unten warb um die Mitglieder sozialdemokratischer und gewerkschaftlicher Organisationen und richtete sich mit der von der Mehrheit der ZK-Mitglieder vertretenen These vom „Sozialfaschismus“ scharf gegen die Führung der Sozialdemokratie und des ADGB. Die SPD wurde als soziale Hauptstütze der Bourgeoisie und als Hauptfeind auf dem Weg zur proletarischen Revolution gesehen. Die SPD-Führung ihrerseits sah in den Kommunisten nur rotlackierte Faschisten, Kommunismus sei „nichts anderes als der Faschismus!“ Erst nach dem Machtantritt Hitlers begannen die zerstrittenen Flügel der Arbeiterbewegung ihre Versäumnisse und Fehler zu diskutieren und aufzuarbeiten (vgl. Prager Manifest der SPD 1934 und Beschlüsse der Brüsseler Konferenz der KPD 1935).

Wilhelm Pieck analysierte 1935 rückblickend: „So notwendig es war, dass wir den schärfsten Kampf führten gegen die Politik der Klassenzusammenarbeit der Sozialdemokratie mit der Bourgeoisie, ... gegen den Terror, den die Sozialdemokratie als Regierungsmacht gegen die revolutionären Arbeiter zur Unterdrückung ihrer Bewegung anwandte, so hätten wir doch ... die Veränderungen bemerken müssen, die in dieser Zeit vor sich gingen, in der die faschistische Gefahr immer stärker in den Vordergrund trat. ... Eine Taktik, die zu einer bestimmten Zeit richtig war, wurde auch dann noch fortgesetzt, als die Bedingungen des Kampfes andere wurden. Wir richteten unseren Hauptangriff gegen die Sozialdemokratie noch in einer Zeit, in der wir den Hauptangriff gegen die faschistische Bewegung hätten richten müssen.“


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